Herkunft des Wassers

Wasserversorgung in Baden-Württemberg

Der Wasserbedarf in Baden-Württemberg für Haushalte, Gewerbe, Industrie und öffentliche Einrichtungen liegt bei fast fünf Milliarden m³ pro Jahr. Auf die öffentliche Trinkwasserversorgung entfallen rund 620 Mio. m³. Die Trinkwassergewinnung erfolgt zu 72 % aus Grund- und Quellwasser und zu 28 % aus Oberflächenwasser. Durch über 2.500 Wasserschutzgebiete werden die Trinkwasserressourcen in Baden-Württemberg besonders geschützt.

Baden-Württemberg ist im Gegensatz zu vielen Ländern unseres Globus in der günstigen Lage, über gute Trinkwasserreserven zu verfügen. Allerdings sind die Standorte der Wasserressourcen ungleichmäßig verteilt, weshalb der auf der Fläche Baden-Württembergs stattfindende Wasser­ausgleich über kommunale Zweckverbände wasserwirtschaftlich sinn­voll und ökologisch unbedenklich ist. So werden die reichlichen Wasser­ressourcen in Baden-Württemberg am besten eingesetzt und umwelt­verträglich genutzt.

Woher unser Wasser kommt

Das Verbandsgebiet der NOW liegt im niederschlagsarmen Bereich von Baden-Württemberg. In früheren Jahren wurde dieses Gebiet auch als Wassermangelgebiet bezeichnet. Davon ist heute - dank der NOW - glücklicherweise nichts mehr zu spüren.

Die Eigenwasservorkommen der Mitgliedsstädte und -gemeinden sind zu gering, um ihren Verbrauchern zu jeder Zeit eine gesicherte Trinkwasserversorgung zur Verfügung stellen zu können. Im Jahresdurchschnitt stellt die NOW mit 25 Mio. m³ von den im Verbandsgebiet benötigten rund 36 Mio. m³ fast 70 % des benötigten Trinkwassers bereit.

Lange Zeit war die NOW als reiner Fernwasserversorger aktiv. Eigenwasser stammte lediglich aus den vier NOW-eigenen Tiefbrunnen Kalkhöfe im Jagsttal. In enger Kooperation mit dem Land Baden-Württemberg und den Städten und Gemeinden im Tauber-, Jagst- und Kochertal realisierte die NOW in den vergangenen Jahren drei Wasserversorgungskonzeptionen zur Gewinnung und Aufbereitung von örtlichen Wasserressourcen. Zahlreiche Brunnen und Quellen der beteiligten Gemeinden und Stadtwerke werden in den neuen NOW-Wasserwerken in Bronn (Inbetriebnahme 2008) und Niedernhall (Inbetriebnahme 2012) aufbereitet und enthärtet. Vier weitere Wasserversorgungskonzeptionen werden derzeit verwirklicht. Durch die Kooperationen konnte die NOW den Eigenwasseranteil auf derzeit 30 % steigern. Der übrige Bedarf wird durch den Bezug von Fernwasser (überwiegend aus dem Donautal und dem Bodensee) gesichert (s. Tabelle).

  2015
Mio.m³
2014
Mio.m³
2012
Mio.m³
1998
Mio.m³
Landeswasserversorgung Stuttgart (LW) 15,08 13,48 15,31 11,62
Bodensee-Wasserversorgung Stuttgart (BWV) 3,18 2,98 3,31 2,82
RiesWasserVersorgung Ellwangen/Jagst (RWV) 0,56 0,49 0,52 0,52
Summe Fernwasser 18,82
(70,4%)
16,95
(71,1%)
19,14
(82,6%)

14,96
(99,1%)

NOW-Eigenwasseraufkommen 7,91
(29,6%)
6,86
(28,9%)
4,03
(17,4%)
0,14
(0,9%)
Wasserdargebot 26,73 23,81 23,17 15,10