Am Freitag, den 15. Juli 2022 von 13:00 bis 19:30 Uhr findet ein Tag der offenen Tür beim neuen Wasserwerk Murrtal statt. Hierzu laden der Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) und die am Wasserwerk beteiligten Kommunen Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sowie die Stadtwerke Backnang GmbH alle interessierten Bürgerinnen und Bürger herzlichst ein.

Neben Führungen durch das moderne Wasserwerk mit seiner aufwändigen Technik gibt es allerlei Informatives rund um das Thema Wasserversorgung. Für Kinder werden verschiedene Attraktionen (u.a. Hüpfburg) geboten. Für das leiblich Wohl ist gesorgt.

Das Wasserwerk befindet sich südlich von Burgstetten-Erbstetten. Die Zufahrt erfolgt über die Straße „Im Neugreut“ (Burgstetten). Es bestehen Parkmöglichkeiten beim Wasserwerk. Eine Anfahrtsskizze finden Sie hier.

 

Weitergehende Informationen zum Wasserwerk Murrtal:

Im Jahr 2015 beschlossen die Kommunen Allmersbach im Tal, Aspach, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler sowie die Stadtwerke Backnang GmbH gemeinsam mit ihrem Fernwasserversorger Zweckverband Wasserversorgung Nordostwürttemberg (NOW) die Trinkwasserversorgung in der Region nachhaltig zu verbessern.

Herzstück der sogenannten Wasserversorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis ist das neue gemeinsame Wasserwerk Murrtal. In einer Bauzeit von knapp drei Jahren, vom Spatenstich im September 2017 bis zur Inbetriebnahme im August 2020, wurde die Anlage errichtet. Für das Hauptgebäude wurden 11.500 m³ Erde bewegt und ca. 2.000 m³ Beton sowie 300 t Stahl verbaut.

Derzeit versorgt das Wasserwerk Burgstetten und Leutenbach sowie Teilgebiete von Aspach und Backnang mit frischem Trinkwasser. Mit fortschreitendem Leitungsbau wird zukünftig auch das Rohwasser aus Allmersbach im Tal, Backnang und Oppenweiler im Wasserwerk aufbereitet und (teil-)enthärtet.

In dem Wasserwerk werden die örtlichen Wasservorkommen mit modernster Technik in mehreren Schritten zentral aufbereitet und (teil-)enthärtet:

  • Aufbereitungsschritt 1: Entfernung von Partikel und Krankheitserregern per Ultrafiltrationsanlage.
     
  • Aufbereitungsschritt 2: Entfernung von Spurenstoffen (z.B. Rückstände von Pflanzenschutzmitteln und Medikamenten) per Aktivkohle-Adsoption.
     
  • Aufbereitungsschritt 3: Reduzierung der Wasserhärte per Ionenaustauscher-Anlage (CARIX-Verfahren) von ca. 25 Grad deutscher Härte (dH) auf ca. 13 Grad deutsche Härte (dH).
     
  • Aufbereitungsschritt 4: Desinfektion per UV-Anlage. Auf die Dosierung von Chlor im Wasserwerk kann daher verzichtet werden.

Das zweckorientierte Bauwerk verfügt über 2.200 m² Nutzfläche und besteht im Wesentlichen aus der Filterhalle, dem Rohrkeller und verschiedenen Betriebs- und Technikräumen. Die Roh- und Reinwasserkammern sowie verschiedene Prozesswasserkammern schließen im Osten und Norden an das Gebäude an und sind größtenteils unter einer schützenden und kühlenden Erdschicht verborgen.

Damit das Rohwasser aus den bis zu 10 km Kilometer entfernten ca. 60 Brunnen und Quellen zum neuen Wasserwerk Murrtal gefördert, und das dort aufbereitete Trinkwasser wieder verteilt werden kann, wurde im November 2018 mit dem notwendigen Leistungsbau begonnen. Bis zur Fertigstellung der Maßnahme (voraussichtlich 2025) werden ca. 51 km an Roh- und Reinwasserleitungen auf einer 30 km langen Trasse verlegt.

Die Planung, Bauleitung und Steuerung des Gemeinschaftsprojekts erfolgt durch die NOW, die bereits mehrere vergleichbare Gemeinschaftsprojekte im Kocher, Jagst- und Taubertal erfolgreich umgesetzt hat. Auch für den Betrieb des neuen Wasserwerks Murrtal und der ca. 60 Brunnen und Quellen ist die NOW verantwortlich. 

Die Versorgungskonzeption für den nördlichen Rems-Murr-Kreis bringt für die Bevölkerung folgende Vorteile:

  • Einheitlich hohe Wasserqualität mit einer Wasserhärte von ca. 13 Grad deutscher Härte (Härtebereich mittel). Durch die geringere Wasserhärte hat der Verbraucher weniger Ärger mit Kalkablagerungen und spart Geld (z.B. bei Reinigungsmitteln und Strom).
     
  • Optimale Nutzung der lokalen Brunnen und Quellen. Durch die Vernetzung über das gemeinsame Wasserwerk kann ein Überschuss an Rohwasser einer Kommune nun für die Trinkwasserversorgung der anderen Konzeptionspartner verwendet werden. Dank moderner Wasseraufbereitungstechnik, die alle störenden Stoffe entfernt, kann das vorhandene Trinkwasser umfänglicher als bisher genutzt werden.
     
  • Höhere Versorgungssicherheit durch den Bau eines modernen Wasserwerks, dem Verlegen neuer Trinkwasserleitungen sowie der Sanierung von Brunnen und Quellen.
     
  • Wesentlich geringere Investitions- und Betriebskosten im Vergleich zu einer dezentralen Aufbereitung des Rohwassers.