Geschäftsberichte

Lagebericht 2015


Den "Überblick" behalten: Das Jahr 2015 und die kommenden fünf Jahre sind geprägt vom Bau neuer Wasserwerke. Das 2013 eingeweihte Wasserwerk Niedernhall hat sich bewährt und gut ins Landschaftsbild eingefügt.

 

Zweckverband

Die NOW ist als kommunaler Zweckverband seit ihrer Gründung 1953 in kommunaler Hand. Sie hat den Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sitz des Verbands ist Crailsheim. Träger der NOW sind 49 Städte und Gemeinden, 17 Zweckverbände, drei Stadtwerke und die vier Landkreise Schwäbisch Hall, Rems-Murr-Kreis, Hohenlohekreis und Main-Tauber-Kreis. Über ein 780 km langes Leitungsnetz werden insgesamt rund 600.000 Einwohner in 100 Städten und Gemeinden von der NOW mit Trinkwasser in bester Qualität versorgt.

Durch die gute Zusammenarbeit zwischen Gremien, Verbandsmitgliedern, Behörden, Wasserlieferanten, Kunden, beauftragten Unternehmen und nicht zuletzt unseren Mitarbeitern konnte die Trinkwasserversorgung sowie die weiteren Dienstleistungen in gewohnt sehr guter Qualität erbracht werden. Hierfür dankt die NOW allen Beteiligten für ihr außerordentliches Engagement.

 

Rekord-Wasserabgabe

Am 7.8.2015 konnte die NOW eine Rekord-Tagesspitzenabgabe von 102.415 m³ verzeichnen (Vorjahr: 84.157 m³). Dies entspricht einer Mehrabgabe von 45 Prozent gegenüber einem durchschnittlichen Verbrauchstag. Die Jahreswasserabgabe (inkl. Eigenverbrauch) betrug 2015 rund 26,4 Mio. m³. Damit wurde der bisherige Rekordwert von 2014 in Höhe von 23,5 Mio. m³ deutlich übertroffen.

Die hohe Wasserabgabe ist nicht nur auf den geringen Niederschlag und den heißen Sommer in diesem Jahr, sondern auch auf die seit 1.7.2014 bestehende Kooperation mit dem Zweckverband Wasserversorgung Jagstgruppe und dessen Vollversorgung durch die NOW zurückzuführen. Mittlerweile ist die Jagstgruppe mit einer Wasserabnahme von 3,5 Mio. m³/Jahr abnahmestärkstes Mitglied bei der NOW, vor dem ZV Hohenloher Wasserversorgungsgruppe (2,5 Mio. m³/Jahr) und der Stadt Schwäbisch Hall (2,2 Mio. m³/Jahr).

Die Eigenwasserförderung konnte 2015 erneut gesteigert werden und betrug rund 7,91 Mio. m³ (VJ: 6,86 Mio. m³). Ebenfalls erhöhte sich der Bezug von Fremdwasser um 1,81 Mio. m³ auf 18,76 Mio. m³.

 

Energieeffizienz und -gewinnung

Die Rekordwasserabgabe im Jahr 2015 sorgte dafür, dass auch der Energieverbrauch anstieg. Um den steigenden Stromkosten entgegenzuwirken und den Wasserpreis auch zukünftig möglichst stabil zu halten, hat die NOW am 31.7.15 erfolgreich ihr seit Anfang 2014 bestehendes Energiemanagementsystem nach DIN 50001 von Fachingenieuren des TÜV Rheinland zertifizieren lassen.

Zur Eigenstromgewinnung verfügt die NOW über 8 Photovoltaikanlagen, die auf Wasserhochbehältern und Wasserwerken des Zweckverbands installiert sind. Des Weiteren sind 15 Turbinen im Einsatz, die in geeigneten Leitungsstrecken den Restdruck des Wassers in Strom umwandeln. Insgesamt erzeugte die NOW durch Sonnen- und Wasserkraft 2015 rund 1.400 Megawattstunden Energie/Jahr.

Im Dezember 2015 wurde die Windkraftanlage auf dem Gelände des Wasserwerks Bronn in Betrieb genommen. Mit einer Nabenhöhe von 73 Meter und einer Flügellänge von ca. 26 Metern wird die Anlage laut Gutachten jährlich rund 1.400 Megawattstunden an zusätzlicher Energie produzieren, die vor allem im Wasserwerk Bronn eingesetzt werden.


Wasserwerk Bronn: Ende 2015 ging die neue Windkraftanlage in Betrieb
 

Umsetzung weiterer Konzeptionen und Kooperationen

Im Frühjahr 2015 wurden die Kooperationsverträge für die Wasserversorgungskonzeption im Nördlichen Rems-Murr-Kreis unterzeichnet. Das neue Wasserwerk Murrtal, in dem das Rohwasser der teilnehmenden Konzeptionspartner (Aspach, Allmersbach i.T., Backnang, Burgstetten, Leutenbach und Oppenweiler) aufbereitet und enthärtet werden soll, wird bei Burgstetten errichtet. Die Kosten für das Wasserwerk sowie das Verlegen der notwendigen Wasserleitungen betragen rund 28,5 Mio. Euro zuzgl. Baunebenkosten in Höhe von 3,6 Mio. Euro. Das Land Baden-Württemberg, die NOW sowie die beteiligten Gemeinden und Stadtwerke finanzieren gemeinsam diese zukunftsweisende Wasserversorgungskonzeption.

Zur Umsetzung der Kooperation mit der Jagstgruppe wurden im Wasserwerk Schweighausen eine Vielzahl an Arbeiten durchgeführt. So wurde das alte Dienstwohngebäude abgerissen, an dessen Stelle die geplante Enthärtungsanlage untergebracht werden soll.


Wasserwerk Schweighausen: Der Umbau mit Erweiterung um eine Enthärtungsanlage begann mit dem Abriss des alten Wassermeister-Wohnhauses.

Im Rahmen der Kochereckkonzeption wurden der Rohbau des neuen Wasserwerks Grimmbach bei Braunsbach sowie Teile des Leitungsbaus in Braunsbach und Kupferzell fertiggestellt. Die Verbandsversammlung der NOW beschloss am 17.11.2015 in Waldenburg, dass die Konzeptionspartner Braunsbach, Kupferzell und Untermünkheim zum 1. Oktober 2016 höhere Bezugsrechte erhalten. Die Gemeinde Untermünkheim, die bisher nur indirekt über den Zweckverband Wasserversorgung Kochereckgruppe NOW-Wasser bezieht, wird gleichzeitig 74. Mitglied der NOW.

Am 9.12.2015 erfolgte der Spatenstich für das 7 Mio. Euro teure Wasserwerk Wart bei Bad Mergentheim. Die Fertigstellung ist für 2017 geplant. Der Leitungsbau für die Taubertalkonzeption ist bereits weitgehend erfolgt.


Wasserwerk Wart: In Bad Mergentheim fand am 9. Dezember der erste Spatenstich statt.


Im Kochertal wurde 2015 der letzte Leitungsbauabschnitt bei Künzelsau fertiggestellt. Insgesamt wurden zwischen 2009 und 2015 rund 68 km Rohrleitungen verlegt um die beteiligten Städte und Gemeinden (Forchtenberg, Ingelfingen, Künzelsau, Niedernhall, Mulfingen, Schöntal, Weißbach) ans neue Wasserwerk in Niedernhall anzuschließen. Dorthin wird das Rohwasser der Konzeptionspartner gefördert, um es zentral aufzubereiten und zu enthärten.

 

Gesunde Finanzen

Die Zahlungsfähigkeit war im Geschäftsjahr 2015 gewährleistet. Die finanziellen Mittel haben jederzeit ausgereicht, sämtlichen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen. Die Bilanzsumme erhöhte sich zum 31.12.2015 gegenüber dem Vorjahr um 1,6 Mio. Euro auf 76,03 Mio. Euro. Beim Anlagevermögen sind insgesamt 5,3 Mio. Euro zugegangen und abgeschrieben wurden 3,29 Mio. Euro. Das Eigenkapital hat sich um rund 348 TEUR auf 55,13 Mio. Euro vermindert. Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten betrugen zum 31.12.2015 14,20 Mio. Euro (Vorjahr: 13,60 Mio. Euro).

Der Cashflow entwickelte sich im Geschäftsjahr wie folgt: Aus der laufenden Geschäftstätigkeit: + 5,371 Mio. Euro. Aus der Investitionstätigkeit: - 5,305 Mio. Euro. Aus der Finanzierungstätigkeit: - 70 TEUR. Der Finanzmittelfonds am Ende des Geschäftsjahrs verringerte sich somit um 4 TEUR auf 835 TEUR.

Die Festkostenumlage musste um 584,24 Euro je l/s auf 6.762,83 Euro je l/s und die Betriebskostenumlage um 1,17 Cent/m³ auf 45,21 Cent/m³ angehoben werden. Der durchschnittliche Gesamtwasserpreis ist damit um 0,68 Cent/m³ auf 81,30 Cent/m³ angestiegen.

 

Allgemeine Geschäftslage und Ausblick 2016

Hauptaufgabe des Zweckverbands ist nach wie vor die gesicherte Lieferung von Trinkwasser in bester Qualität. Die NOW wird 2016 voraussichtlich rund 25 Mio. m³ Trinkwasser an ihre 74 Verbandsmitglieder verteilen.

Insgesamt betrugen die Bauinvestitionen der NOW im Jahr 2015 rund 4,1 Mio. Euro. Davon sind knapp die Hälfte (2,0 Mio. Euro) auf die Realisierung der Konzeptionen zurückzuführen. Rund 1,0 Mio. Euro wurden in das bestehende NOW-System investiert. Die Windenergieanlage beim Wasserwerk Bronn kostete rund 1,1 Mio. Euro. Für 2016 sind Bauinvestitionen in Höhe von 6,78 Mio. Euro vorgesehen, wovon 5 Mio. Euro für die Konzeptionen eingesetzt werden.

Der Wirtschaftsplan 2016 schließt voraussichtlich mit einem ausgeglichenen Ergebnis ab.

An der Verbandsversammlung am 17.11.2015 wurde den Verbandsmitgliedern berichtet, dass Geschäftsführer Ernst Rommel auf eigenen Wunsch aus seinem Amt ausscheiden wird. Die NOW-Mitglieder wählten am 21.06.2016 Herrn Dr. Jochen Damm zum neuen Geschäftsführer. Die Amtsübergabe erfolgt am 1. Februar 2017.

 

Nachtragsbericht

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die nach Abschluss des Wirtschaftsjahres eingetreten sind, liegen nicht vor.